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Wahrnehmung

Michael

Ja, was ist Wahrnehmung für mich? Eigentlich ist es ganz einfach: Die Aufnahme von Informationen durch meine Sinneskanäle (Sehen, hören, fühlen, riechen, schme­cken). 

Und da wird es auch schon tricky. Denn so wie ich die Welt wahr­nehme nimmt sie nun einmal niemand ande­res wahr. Das liegt alleine schon daran, das meine “Sensoren” anders Informationen aufneh­men als die der ande­ren Menschen. Ich trage z. B. eine Brille, bin kurz­sich­tig. Zack, schon unter­schei­det sich meine visu­elle Wahrnehmung von Dir. Auf dem linken Ohr höre ich weni­ger als auf dem rech­ten… Ups, schon wieder ein Unterschied. An den Fingern der linken Hand habe ich Hornhaut vom Gitarrespielen… und so weiter und so fort. Sehen wir beide also das Gleiche blau, wenn wir in den Himmel schauen?

Meine Sensoren sind beschränkt. Hören kann der “durch­schnitt­li­che” Mensch zwischen 15 und 20.000 Hz. Sehen vom Roten bis zum Violetten Frequenzbereich. Alles darun­ter und darüber können wir nicht wahr­neh­men weil wir dafür nicht ausge­legt sind. Zwar unter­stüt­zen uns Maschinen darin, diese Bereiche für uns wahr­nehm­bar zu machen, doch sind sie nicht auf nur ein Abbild dessen, was wir da mitbe­kom­men?

Gleichzeitig können wir die gesam­ten Sinneseindrücke, die auf uns einpras­seln gar nicht im vollen Umfang wahr­neh­men. Damit ist mein Gehirn schlicht­weg über­for­dert. Also werden Informationen, die momen­tan nicht wich­tig oder rele­vant sind, ausge­blen­det.  Und das betrifft 99,9999996% aller Informationen. Diese errei­chen schlicht weg nicht mein Bewusstsein. Ein klei­ner Teil davon wird noch im Unterbewusstsein gespei­chert, um ggf. später mal darauf zurück­zu­grei­fen. Doch mehr als 90% aller Eindrücke verpuf­fen einfach. Na toll, einen Großteil dessen, was ist nehme ich gar nicht erst wahr und das was ich wahr­neh­men kann wird gerade einmal zu 0,0000004% aufge­nom­men. Puh.

Dann kommt noch ein weite­rer Faktor hinzu: die Aufmerksamkeit. Das, worauf ich mich fokus­siere, gewinnt an zusätz­li­cher Präsenz. Dazu viel­leicht ein klei­nes Beispiel oder Experiment: 

Lenk Deine Aufmerksamkeit jetzt doch einmal auf Deine Füße und check mal ab, ob sie warm, kalt, nass oder trocken sind. Okay, das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten. Jetzt mach das glei­che mit Deinen Händen. Sind sie warm oder kalt, nass oder trocken? Wunderbar, scheint auch zu funk­tio­nie­ren. Nun kläre mal beides paral­lel ab: Füße UND Hände. Das wird schon schwie­rig, wenn es über­haupt möglich ist.

Daraus kann ich für mich schon einmal schluss­fol­gern: Multitasking funk­tio­niert nicht. 

Dann kommt noch das eigent­li­che Wort an sich: Wahrnehmung: Ich nehme etwas als wahr an. Also all das, was ich über meine Sensoren aufnehme, in meiner Matrix verar­bei­tet wird sich in meiner “Datenbank” fest­setzt.  

Zusammengefasst: 

Meine Wahrnehmung unter­schei­det sich schon einmal physisch von Deiner, dann auch noch psychisch und in der Aufmerksamkeit. Weiterhin wird ein Großteil schlicht ausge­blen­det oder liegt außer­halb meiner Wahrnehmungsmöglichkeiten. Und mit diesem mikro­bi­schen Informationen glaube ich zu wissen wie die Welt funk­tio­niert?

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