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10 — Hindernisse

Was haben wir uns schon gemein­sam ange­schaut, wo stehen wir gerade? 

Du hast für Dich erkannt, was Du ggf. verän­dern willst. Und hast akzep­tiert, das es bisher für Dich rich­tig war, das jetzt falsche Verhalten an den Tag zu legen. 

Dann hast Du Dich neu ausge­rich­tet, eine Vision, ein Motiv oder ein Ziel für Dich gefun­den. Du weißt also jetzt, wohin du willst, statt nur von etwas weg zu kommen. Dann hast Du für Dich — hoffe ich — einige Ressourcen gefun­den, die Dich auf Deinem Weg über den Rubikon unterstützten.

Krass… das ist schon eini­ges. Und wäre die Welt ein Ponnyhof, dann würde ich sagen, Du hast alles, was du brauchst… doch leider ist dem nicht ganz so. Denn es gibt da so eini­ges, das Dich hindern will und wird auf dem Weg. 

Als aller­ers­tes bist Du es selbst, der Dich behin­dert. Schizophren? Vielleicht. Erinnerst Du Dich noch an die Metapher der Apps aus dem EVA-Prinzip? Diese Gewohnheiten und Glaubenssätze, die sich tief in Deinen Autopiloten einpro­gram­miert haben? Genau die gilt es jetzt zu über­win­den, zu löschen oder ggf. neu zu program­mie­ren. Das bedeu­tet, Du musst Deine Gewohnheiten durch­bre­chen. Dazu bist Du Dir ja ihrer bewusst geworden.

Bei mir ist es zum Beispiel so, das ich auf der Couch immer sofort den Chips-Jeaper bekam, wenn ich einen Film anmachte. Vor 6 Monaten war es undenk­bar, einen Film ohne Chips zu schauen. Diese Gewohnheit hatte sich leise und heim­lich einge­schli­chen. Und wenn ich dachte, jetzt keine Chips zu essen, welches Verlangen wurde dann größer? Genau, das nach Chips. Teilweise hab ich den Film verscho­ben und bin vorher noch zur Tanke gefah­ren.. Verrückt. 

Das war jetzt ein lapi­da­res Beispiel, das aber sehr schön zeigt, wie ich mir selbst im Weg stand. Denn ich wollte 4 kg abneh­men… und mit Chips wird das schwie­rig. 

Generell ist meine Komfort-Zone — also die innere Couch — der größte Feind der Veränderung. Da ist es doch soooo bequem, so gemüt­lich. Keine Anstrengung, keine Mühen und alles läuft wie immer. Energiesparend auf Autopilot. Daher schal­tet mein Kopf auch so gerne in den Angst-Modus. Wie wir gelernt haben, ist Angst ja ein Verhalten.

Wenn Du Dir also erst einmal darüber klar bist, das Du selbst Dir im Weg stehen wirst bei der Veränderung, dann kannst Du Dich da auch drauf vorbe­rei­ten. Dazu komme ich gleich noch.

Welche Hindernisse können noch so kommen? Da ist Dein bezie­hungs­mä­ßi­ges Umfeld. Partnerin oder Partner, Freunde, Familie, Kolleginnen und Kollegen. Wie oft musste ich mir schon anhö­ren, das ich wieder einmal abdrehe. Das ich mich ja schon wieder verän­dert habe. Wann es denn endlich mal gut sei. Wie gesagt, das Gehirn liebt Beständigkeit, und das schließt auch mein Umfeld mit ein. Wenn da jemand ist, der sich verän­dert, der jetzt Dinge anders macht, anders redet, andere Sichtweisen an den Tag legt, dann führt das zu Irritationen. Das ist voll­kom­men normal. Und es ist okay. Ich kann ja jeden dort stehen lassen, wo er ist. Nur versu­chen manche Menschen Dich ggf. Wieder in ihre Komfort-Zone der Beständigkeit zu ziehen. Und das kann dann zu einem Hindernis für Dich werden. Auch dessen soll­test Du Dir bewusst sein. 

Ich habe für mich die Sichtweise ange­nom­men, das ich für mein Leben verant­wort­lich bin. Laotse sagte es glaub ich einmal: „Das Leben liegt allein in meiner Hand, Himmel und Erde kümmert es nicht!“

Meine erste Ausbildung been­dete ich nach sechs Wochen. Einzelhandelskaufmann in einem Bekleidungsgeschäft für Herren. War nichts für mich. Eigentlich schon, denn da merkte ich schon, das mir das Verkaufen spaß macht, doch das Geschäft mit der Haltung war es einfach nicht. Danach „besorgte“ mir mein Vater eine Ausbildungsstelle. Mit den Worten „Mein Sohn arbei­tet doch nicht in einem Kalmottenladen,“ sprach er mit dem Chef eines Sanitärgroßhandels, in dem ich dann meine Ausbildung machte. Hat sie mir spaß gemacht? Im Leben nicht. Hat mich mein Vater in seine Komfortzone gebracht — mit Sicherheit. Ich brauchte einige Jahrzehnte um zu erken­nen, das ich nicht das Leben ande­rer Menschen leben will sondern mein eige­nes. 

Ein weite­res Hindernis habe ich schon ange­schnit­ten. Ängste. In Form von Problemen und Sorgen. Angst will Dich in bestehen­den Strukturen halten. Man denkt über eine Veränderung nach und dann beginnt der Film im Kopf. Darüber, was alles passie­ren könnte, welche Auswirkungen es haben könnte, worauf man even­tu­ell verzich­ten müsste… etc. Und die Angst lässt liebend gerne Filme ablau­fen. Im Grunde ist sie unser Kino für nega­tive Szenarien.  

Genau aus diesem Grund habe ich mich in der letz­ten Folge mit den Ressourcen befasst. Denn für mich sind sie halt genau die Emotionen und Gefühle, die mich aus meiner Komfortzone brin­gen können. Mir ist es nur wich­tig, das du weißt, das es Hindernisse auf dem Weg geben wird. In der einen oder ande­ren Form werden sie auf dich zukom­men. Dann ist es doch besser, sie tref­fen Dich vorbe­rei­tet als aus heite­rem Himmel. 

So kannst du ihnen auch im Vorfeld bereits einen Großteil des Windes aus den Segeln nehmen. Alleine sich dessen bewusst zu sein nimmt bereits 70–80% der Energie aus den Hindernissen. Wenn Du vorher schon weißt, das die Couch dich rufen wird, das der Chips Yeaper kommen wird, der innere Schrei nach der Zigarette, die Menschen um Dich herum, die Dich in ihren Gewohnheiten lassen wollen. Dann kannst Du Dich auch schon darauf vorbe­rei­ten, wie Du reagie­ren wirst. Beispielsweise mit einer ganz einfa­chen Methode.

Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe Dir auf: Wenn .… passie­ren wird. Statt (das gewohnte Verhalten an den Tag zu legen) werde ich statt dessen … machen. Hier kannst Du so viele Optionen aufschrei­ben wie Dir einfal­len, je mehr desto besser. Denn je mehr Wahlmöglichkeiten Du hast, desto flexi­bler kannst Du reagie­ren. Das gilt übri­gens nicht nur für Hindernisse, sondern auch in allen ande­ren Lebensbereichen und ‑lagen.

Wenn ich z. B. Wieder meinen Chips-Fress-Flash bekomme, statt in die Küche zu rennen um Chips zu holen oder zur Tanke zu fahren werde ich in die Küche gehen, mir ein großes Glas Wasser einlau­fen lassen und in klei­nen Schlücken trin­ken. Werde ich still auf der Couch und spüre nach, ob ich wirk­lich Chips haben will. Gehe ich an den Kühlschrank und schneide mir eine Kohlrabi klein. Knutsche ich meine Freundin und der Film wird immer neben­säch­li­cher… 

Sich auch der Wahlmöglichkeiten bewusst zu werden und diese einmal aufzu­schrei­ben redu­ziert noch einmal den Wind in den Segeln. Gleichzeitig ist ein ein gutes Handwerkszeug um eine Veränderung bewusst durch bereits gefun­dene Alternativen zu erset­zen. Bereits Dich also bewusst vor und Du kommst eigent­lich schon gar nicht mehr in die Situation, das ein Hindernis über­haupt auftaucht 😉 

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