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Leck mich Fortschritt?

Ich frage mich, was uns momen­tan dazu bewegt, das viele Menschen mit aller Gewalt versu­chen, sich in alten Traditionen und Verschanzung zu verkrie­chen und ihrem rech­ten Bedürfnissen nach­ge­ben. 

Vielleicht liegt es einfach daran, das die Menschheit in den letz­ten Jahrzehnten Entwicklungen durch­ge­macht hat, denen unsere Konventionen einfach nicht mehr folgen können. 

Mein erster PC war ein 386er mit Monochrom Monitor, einer sagen­haf­ten 40MB Festplatte und 256kb Hauptspeicher. Das war vor 30 Jahren!! Heute hat jedes Fitnessarmband mehr Performance zu bieten, von einem Smart-Home-Toaster ganz zu schwei­gen. 

Die erste Internet-Erfahrung beruh­ten auf  Geschwindigkeiten von 9.600Baud/Sek. Dann kamen die 56k-Modems, ihnen folgte ISDN mit 64kB Digital und dann DSL, 2000, 6000, 16000, 50000, 100000…

Das erste “Handy”… ein Nokia. SMS war teuer, Internet auf dem Handy ein Traum und kaum bezahl­bar. Heute sind wir über LTE mit dem Smartphone perma­nent “vernetzt”.

Das sind Entwicklungen, die sich in den letz­ten 20 Jahren ereig­net haben. Das muss man sich einmal über­le­gen. Innerhalb dieser kurzen Zeit hat sich das Leben und die Art und Weise wie wir leben, kommu­ni­zie­ren und arbei­ten fast komplett geän­dert. 

Was wir heute als Entwicklungsländer bezeich­nen, so haben unsere Eltern und Großeltern selbst noch gelebt. Innerhalb von ein bis zwei Generationen hat sich alles gewan­delt. 

Blicken wir nur 150 Jahre zurück… wie lebten die Menschen um 1875. Und wie lebten sie weitere 150 Jahre zuvor? Ich denke, der Wissens- und Lebenssprung von 1725 zu 1875 war nicht so expo­nen­ti­ell wie der von 1875 zu 2019.

Und dann sollen die Menschen keine Angst bekom­men? Sollen sich nicht nach der “guten alten Zeit” sehnen? Für mich mehr als nach­voll­zieh­bar. Weiß man doch heute nicht mehr, wie die Welt morgen ausse­hen wird. Wie will man Sicherheit und Stabilität sugge­rie­ren, wo es einfach keine gibt? Auf Maslows Bedürfnispyramide haben viele wieder 2–3 Schritte zurück gemacht und stecken auf der 2. Stufe (Sicherheitsbedürfnis) fest. Weil uns die Welt, die wir zu kennen glau­ben, die auf unse­ren Konventionen beruht, uns immer mehr entglei­tet und wir nicht wissen, was da kommen wird. 

Wer darauf eine Antwort hat… ich würde ihn der Lüge bezich­ti­gen, weil es aus meiner Sicht keine Antwort gibt. 

Also müssen wir uns darauf einlas­sen, das das Leben nicht kontrol­lier­bar ist. 

Published inGedankengepäck

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