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Konditionierungen und Glaubenssätze

Michael

Ich lebe in meiner eige­nen Matrix aus Konditionierungen und Glaubenssätzen, die ich in meinem Leben über­nom­men,  instal­liert und gepflegt habe. 

Doch was sind Glaubenssätze über­haupt? 

Aus meiner Sicht sind es Annahmen, von denen ich ausgehe, das sie eintref­fen werden. Ich glaube quasi daran, das ein bestimm­tes Ereignis oder eine bestimmte Situation eintref­fen wird weil es in der Vergangenheit schon einmal so passiert ist. 

Das für mich passendste Beispiel sind Hundespaziergänge. Man geht frohen Mutes und entspannt durch den Wald. Andere Hunde kommen einem entge­gen. Keine Bedanken, denn das gab es ja schon oft. Doch plötz­lich gehen beide Hunde aufein­an­der los. Völlig erschro­cken wird an Leinen gezo­gen (sofern diese genutzt werden) um die Situation zu entspan­nen. Puh, geschafft. Weiter geht’s. Hier fand gerade ein sog. Referenzerlebnis oder eine Referenzerfahrung statt. Was genau verbirgt sich dahin­ter? Es ist eine Erfahrung, die unser Gehirn unmit­tel­bar abspei­chert, in diesem Falle nega­tiv. 

Was passiert nun beim nächs­ten Spaziergang, wenn einem erneut Hunde entge­gen kommen? Richtig, ein erstes mulmi­ges Gefühl kommt hoch. Die Referenzerfahrung wird aus der Kiste gekramt und mit der aktu­el­len Situation vergli­chen. Passen genü­gend einzelne Punkte dann sendet das Gehirn eine Alarmbereitschaft an den Körper. Und die Hunde spüren das. Also geht das Getöse erneut los. Und zack, nach eini­gen weite­ren Spaziergängen sind Hund und Halter so sehr in der Angst, das die Spaziergänge immer unent­spann­ter werden. Dabei begeg­net man zu 98% keinem ande­ren Hund. Doch die 2% werden zu 100%, weil ich jetzt glaube, das wieder etwas passie­ren könnte. 

So entste­hen unsere Glaubenssätze. 5–6 Erfahrungen mit emotio­na­ler Beteiligung reichen oftmals aus, um einen Glaubenssatz zu festi­gen und zu “instal­lie­ren”. Bei Traumata reicht eine einzige Erfahrung aus.

Um einen Glaubenssatz nun wieder aufzu­lö­sen braucht es eben­falls mind. 5–6 Erfahrungen mit gegen­tei­li­ger emotio­na­ler Beteiligung, um diesen zunächst zu erschüt­tern oder aufzu­wei­chen. Doch aus meiner Erfahrung braucht es noch viele Erfahrungen mehr und eini­ges an Disziplin um ihn  wirk­lich aufzu­lö­sen. Oder aber auch hier ein einschnei­den­des posi­ti­ves “Aha-Erlebnis”. 

Konditionierungen sind wieder etwas ande­res (in meinem Weltbild). Hier über­nehme ich Annahmen aus meinem Umfeld — der Familie, der Gesellschaft, von Freunden und Bekannten. 

Viele kennen bestimmt den Satz: “Schuster bleib bei Deinen Leisten!” oder “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!” Das sind noch harm­lose Konditionierungen, die wir anneh­men und in unser Weltbild inte­grie­ren. Doch was ist mit: “Das schaffst Du eh nicht!”, “Dafür bist Du nicht gut genug!”. Hier wird es schon hefti­ger. Das Ganze wird aus meiner Sicht noch getoppt von Erziehungsmaßnahmen mit Wenn…Dann Charakter: “Wenn Du das nicht machst, dann hab ich Dich nicht mehr lieb”. “Wenn Du mich liebst, dann würdest Du das machen.” “Entweder Du machst das, oder es setzt was!”

Irgendwann wird das Du durch ein Ich ersetzt. Und Konditionierungen werden damit nicht selten zu Glaubenssätzen, die sich tief in uns veran­kern und im Automodus unse­res Gehirns einfach ablau­fen. 

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