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09 — Rubikon und Ressourcen

Alea iacta est — die Würfel sind im Fallen. Die Entscheidung ist getrof­fen.”

So ähnlich soll Julius Cäsar gespro­chen haben, als er damals — so vor eini­gen Tausend Jahren — den Rubikon über­querte und mit Schwert und Waffen in Rom einmar­schierte. 

Diese Rubikon Metapher finden wir heute auch noch als den „Point of no return“, oder die Rubikon-Grenze. Ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr. 

Wie kam es bei ihm dazu? 

Zur dama­li­gen Zeit war Julius noch galli­scher Stadthalter, der für die Senatoren in Rom einfach zu erfolg­reich war. In jedem Feldzug sieg­reich, jedes­mal fette Belohnungen durch die Raubzüge. So war es Pompeius, der versuchte ihn durch neue Gesetze und Verordnungen auszu­he­beln um das Machtstreben Cäsars zu unter­bin­den. 

So sollte sich Julius zur Wahl stel­len und persön­lich nach Rom kommen — um ihn unter einem Vorwand in Haft zu nehmen. Gleichzeitig durfte ein Legionär keine Waffen über die Stadtgrenze brin­gen. Geschweige denn ein ganzes Heer. Du siehst, er war in einer ziem­li­chen Zwickmühle. Ohne Waffen und Gefahr laufen, verhaf­tet und getö­tet zu werden oder das Gesetz brechen und mit Waffen über den Rubikon schrei­ten — die dama­lige Grenze Roms. 

Heute wissen wir, wofür er sich entschied. Ich find den Spruch von Cäsar „Alea iacta est“ sehr treff­lich über­setzt mit „Die Würfel sind im Fallen“. Er hatte sich entschie­den, es aus der Hand gege­ben, doch war sich noch nicht bewusst über den Ausgang seiner Meuterei. Er über­schritt den Rubikon mit weni­gen hundert Männern und es entbrannte ein Bürgerkrieg an derem Ende er als erster Kaiser hervor­ging. 

Nein, das wird jetzt kein Podcast über Geschichte. Der Rubikon steht heute oft eben für diesen „Point of no Return“ oder auch dafür, eine Entscheidung getrof­fen zu haben und diese jetzt auch umzu­set­zen trotz aller Risiken, die da kommen könn­ten. Und die Risiken oder Ängste sind es, die uns so oft davon abhal­ten, den Rubikon in unserm Kopf zu über­schrei­ten. Du merkst, ich rede hier nicht von den klei­nen Entscheidungen, die wir zu hunder­ten täglich tref­fen, sondern von diesen Entscheidungen von denen wir ausge­hen, das sie unser Leben verän­dern könn­ten. 

Um über diese Schwelle zu gelan­gen, die Entscheidung zu tref­fen und dann auch umzu­set­zen, brau­che ich in meinem Bild von Welt ein Ziel oder ein Motiv. Meine Einstellung zu Zielen und den Energien dazu kennst Du ja bereits. Jetzt nehmen wir einmal an, Du bis von einem Ziel moti­viert, das aus dieser „Weg-Von“ Energie genährt wird. Das Du etwas nicht mehr haben willst. Das kannst Du Dir in etwa so vorstel­len, als woll­test Du besag­ten Rubikon durch­schrei­ten und hast auf dem Rücken noch einen 60kg Rucksack und ein Stein ist an Deinem Fuß fest­ge­ket­tet, den Du hinter Dir herschleifst. Zusätzlich hast Du eine Art Gummiband an Deiner Hüfte befes­tige, das an all den alten dingen, die du nicht mehr haben willst, fest­ge­bun­den ist. Wie hoch sind damit Deine Chancen, eine Entscheidung wirk­lich in die Tat umzu­set­zen? rich­tig. Sie sind nicht einmal gleich null sondern eher nega­tiv. Das vorpro­gram­mierte Scheitern wirft Dich ggf. Sogar noch weiter zurück als zu dem Punkt, an dem Du bereits warst. Das kenne ich aus eige­ner Erfahrung: das ich durch die Demotivation des nicht erreichst Ziels weiter zurück­ge­wor­fen wurde. Ist wie mit dem Gummiband, wenn es reißt oder stär­ker ist dann flitscht es über den Ursprungspunkt hinaus zurück.

Also brauchst Du zunächst eine Vision oder Motiv, das Dich anzieht. Das Dich im besten Falle wie an einer Schnur durch den Rubikon zieht. Interessant finde ich, das solche Motivationen — also diese „Hin-Zu“ Motivationen aus meiner Sicht einen weite­ren posi­ti­ven Effekt haben: selbst wenn ich schei­tern sollte, blei­ben ich meißt an dem Punkt, an dem ich bin und falle nur selten wieder auf null und gar nicht nega­tiv zurück. 

Um das Rüstzeug komplett zu machen wäre es doch hilf­reich, wenn da Ressourcen gibt, auf Die Du im Bedarfsfall zurück­grei­fen kannst, oder? Also Dinge in Form von posi­ti­ven Gefühlen, die sich beim Zweifeln oder Unsicherheit akti­vie­ren lassen um dir ein Seil zu sein, das Dich weiter über den Rubikon zieht. 

Und in meiner Welt gilt ja die Annahme aus dem NLP, das alle Ressourcen bereits in Dir sind. Sie schlum­mern irgendwo in Deinem Unterbewusstsein und warten eigent­lich nur darauf entdeckt und akti­viert zu werden. Jetzt gilt es, diese auf der einen Seite zu finden und auf der ande­ren Seite so zu akti­vie­ren das sie für Dich zu einem Werkzeug werden. Die in der Lage sind, die Bänder, die Ketten und Steine, die Dich zurück­hal­ten, zu durch­schnei­den und zu über­win­den. 

Wie komme ich jetzt an diese Ressourcen? Da gibt es mehrere Möglichkeiten und Techniken. 

Fantasiereisen:

Eine hast Du viel­leicht schon kennen gelernt, das ist die Fantasiereise, die Du in dieser Podcast-Reihe findest. Wenn Nicht… Folge 6.01 Der Perfekte Tag. Einschalten und anhö­ren. Generell kannst Du solche Fantasiereisen für Dich nutzen um unbe­wusste Ressourcen zu finden und zu akti­vie­ren. 

Anker setzen:

Im NLP gibt es eine Technik, bei der Du posi­tive Gefühle bei Dir ankerst. Das bedeu­tet, das Du, wenn Du dich gerade in einer guten Stimmung befin­dest oder Dich an eine Situation erin­nerst, in der für Dich alles perfekt war, quasi voll­kom­men, und dieses Gefühl durch einen kurzen Druck an einer Stelle Deines Körpers „spei­cherst“. Ähnlich wie ein Makro am PC. Du drückst dann z. B. In einer schlech­ten Situation auf diesen Knopf und das Gefühl stellt sich sofort ein. Ich ankere gerne Vorträge bei mir 😉 also die Situation wenn ich spüre, das ich einen Menschen erreicht habe. Egal ob beruf­lich oder privat. 

Meditation:

Die Meditation geht in meiner Welt über reine Ressourcen hinaus. Sie akti­viert Dinge, die jenseits aller Modelle, Methoden und Techniken liegt. Richtig ange­wandt — ohne Erwartungen und etwas errei­chen zu wollen — verän­dert sie Dein komplet­tes Leben. Ich weiß, das klingt jetzt echt para­dox. Vielleicht probierst Du einmal die Apps wie SevenMind oder Headspace aus und inte­grierst die Meditation als festes Ritual in Deinen Alltag. Bei mir ist es zum Beispiel die Zeit, in der mein Obstsalat die Zeit braucht um zu ziehen. Nachdem ich das Obst geschnip­pelt habe und mit Honig verrührt habe braucht er halt seine 10–15 Minuten. Das ist dann meine Zeit der Meditation. 

ZRM® — das Züricher Ressourcen Modell.

Viele denken da viel­leicht an Leipziger Allerlei oder Züricher Geschnetzeltes 😉  Das Züricher Ressourcen Modell ist aus meiner Sicht eines der geni­als­ten und mäch­tigs­ten Werkzeuge für die Aktivierung von Ressourcen aus dem Unterbewussten. 

Grob umris­sen kann man sagen, das durch Bilder und damit posi­tiv besetzte Interpretationen ein Ideenkorb mit Wörtern gesam­melt wird. Diese werden dann mit dem „Somatischen Marker“ auf posi­tive Befindlichkeit getes­tet. Zu Guter Letzt entsteht dann ein Satz oder es kris­tal­li­siert sich ein Wort heraus, das intrinsi­sche Ressourcen akti­viert. 

Bei mir war es im Zusammenhang mit dem ZRM®, das ich mich meinem inne­ren Dämon stel­len wollte. Dieser fiese Sack, der mich immer wieder klein halten will um über mich zu bestim­men. Eigentlich war es bei dem ZRM® eine Übung in einer Ausbildung. Mich lächelte bereits die ganze Zeit ein Bild aus dem Bilderhaufen an. Also nahm ich es mir und setzte mich mit 3 ande­ren in aus der Gruppe zusam­men um gemein­sam mit ihnen meinen Ideenkorb zu füllen. Da stan­den einige posi­tive Worte in Verbindung mit diesem Bild auf meinem Zettel. Klarheit, Würde, durch­drin­gen­der Blick, Machtvoll, Elegant, ohne Illusion, Gemeinsamkeit, etc. Mit den Somatischen Markern über­prüfte ich diese Worte für mich. 

Dabei gab oder gibt es ein Kriterium: Den Somatischen Marker kann man mit zwei Schiebereglern auf einem Mischpult verglei­chen: einem posi­ti­ven und einem nega­ti­ven. Also kein Regler, der von Positiv zu nega­tiv geht sondern für jeden Bereich einen eige­nen. 

Grundannahme im ZRM® ist, das eine Ressource nur dann rich­tig nutz­bar ist, wenn sie mind. 70% oder mehr posi­tive Gefühle in Dir auslöst. Und auf der nega­ti­ven Seite weder 10%, noch 5% oder 0,5% sondern 0,00% Nichts, nix, narda, niente. Denn bereits 1% nega­ti­ver Gefühle lassen uns bereits zwei­feln. 

Zurück zu mir und meinem Ideenkorb, der durch mein Bild und meine Kollegen gefüllt wurde. Mit den Markern kam für mich zum Schluß ein Satz heraus, der genau das war, das ich gerade brauchte, um mich meinen eige­nen inne­ren Ängsten zu stel­len. Also mein eige­ner Rubikon der Ängste. Was ich dann sehr erfolg­reich in die Tat umsetzte. 

Vielleicht gibt es in Deiner Nähe jeman­den, der mit diesem Modell arbei­tet. Wenn nicht, und Du hast da Bock drauf oder willst mehr erfah­ren, dann meld Dich bei mir. Dann können wir das gerne zusam­men machen. Das geht übri­gens auch online 😉

Die Wunderfrage:

Die Wunderfrage versetzt Dich in den Zustand, Deinen Rubikon bereits über­wun­den zu haben. Sie kommt mit einem „Was wäre wenn“ daher. Angenommen Du gehst abends ins Bett, nach einem norma­len Tag und über Nacht geschieht ein Wunder, während Du schläfst. Und all die Dinge die Dich behin­dert haben, Deine gerade vorherr­schende Angst,   wären gelöst, Dein Rubikon wäre verschwun­den, einfach so. Am nächs­ten Morgen wachst Du auf und niemand hat Dir davon erzählt, das das Wunder gesche­hen ist. Woran erkennst Du als erstes, das es gesche­hen ist? Woran noch? Und woran würden andere erken­nen, das dieses Wunder gesche­hen ist? 

Sicher, es gibt noch viele weitere Techniken, um Ressourcen zu finden und zu akti­ve­ren. Auf meiner Webseite werde ich weiter auf das Thema einge­hen und verschiede Techniken aufzei­gen. Denn auf alle hier einzu­ge­hen würde defi­ni­tiv den Rahmen spren­gen. Die, die ich hier genannt habe sind die, die mir persön­lich am meis­ten gehol­fen haben. 

Alles in allem haben Ressourcen für mich einen bestimm­ten Zweck: Sie sollen mich zusam­men mit dem Motiv oder der Vision zu einer Entscheidung führen. Zum Sprung ins kalte Wasser des Rubikons. Das dann nicht mehr so kalt ist. 

Ich hoffe, im Bezug auf Ressourcen und Entscheidungen bei Dir für neue Impulse und eine neue Sichtweise gesorgt zu haben. Und darauf, wie hilf­reich sie für dich sind. 

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