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06 — Prozess der Veränderung

Michael

Ich hab mir diese Woche noch so einige Gedanken gemacht, was noch alles fehlen könnte. Und ja, es gibt noch eini­ges, doch ich will Dich nicht noch länger auf die Folter span­nen und Dir jetzt endlich ein paar Tipps an die Hand geben, wie Du Veränderungen in Deinem Leben errei­chen kannst. 

Dabei hast Du bereits aus meiner Sicht die ersten beiden Schritte auf dem Weg zur Veränderung absol­viert. Das Erkennen und das Akzeptieren. 

Beides haben wir in den letz­ten Folgen ange­schnit­ten. Wie mit dem EVA-Prinzip unsere Konditionierungen entste­hen und wir unser Bild von Welt erzeu­gen. So kannst Du bereits erken­nen, was da in Dir abgeht. 

Und das ich aus meiner Sicht immer rich­tig handle — oder gehan­delt habe. Also das Akzeptieren dessen, was ist hatten wir ja in der vorletz­ten Folge. Und das Thema mit der Angst war mir selbst wich­tig, da sie unse­ren Zielen meist im Weg steht. Und wenn ich nun weiß, das Angst auch nur ein Verhalten ist, dann gehe ich einfach anders damit um. Zumindest in meiner Welt.

Wie sieht mein Idealfahrplan für eine Veränderung oder Neuausrichtung aus? Darüber gebe ich heute einmal eine groben Überblick bevor wir dann auf die einzel­nen Punkte einge­hen. 

  1. Erkennen
  2. Akzeptieren
  3. Neu ausrich­ten — Ziel defi­nie­ren
  4. Ressourcen finden
  5. Sich bewusst werden, welche Hindernisse kommen werden
  6. Machen, Reflektieren und korri­gie­ren
  7. Freuen

Wie bereits gesagt, Punkt eins und zwei haben wir glaub ich bereits erfolg­reich abge­hakt. Wobei es bei manchen Dingen Sinn macht, zu schauen, wo einige Erkenntnisse ihren konkre­ten Ursprung haben. Veränderungen in Hinsicht auf weni­ger Schokolade essen hat in meiner Welt eine andere Gewichtung als den Glaubenssatz zu trans­for­mie­ren, das ich nicht gut genug bin. 

Komme ich also zum drit­ten Punkt — Ziele defi­nie­ren oder sich neu auszu­rich­ten. 

Es gibt zwei aus meiner Sicht unter­schied­li­che Zielformen: die, von denen ich weg will und die, zu denen ich mich hinge­zo­gen fühle. 

2010 war ich beruf­lich so ziem­lich am Bodensatz ange­kom­men. Ohne Job und mit HarzIV musste ich mein Wohnung kündi­gen und zu meiner Mutter ziehen. Wow, mit 38 wieder zu Mutti die sich zwar freute, aber meine Vorstellung war doch schon eine andere. Aber es half nichts. Das war eine unfrei­wil­lige Veränderung, weil ich mich selbst habe gehen lassen. Ob ich damals eine Depression hatte? Ich glaub schon, einen Arzt habe ich deswe­gen nie aufge­sucht. Doch ich hatte weder Antrieb noch irgend­wel­che Ziele außer dem, das ist das nicht mehr wollte. 

So ergab es sich also, das ich wieder zu Hause einzog. Was ich von vorn­her­ein ja auch schon gar nicht wollte. Irgendwie schaffte ich es dennoch, mich aus dem Sumpf an depres­si­ven Gefühlen zu befreien. Dabei hat mir ein Wunsch gehol­fen. Mein Traum war es schon immer, in einem klei­nen Waldhäuschen zu wohnen. So mitten im Wald, umge­ben von Bäumen und Ruhe. Vielleicht kennst Du diese Bilder einer Blockhütte im Wald in Kanada… So ähnlich war meine Vorstellung. Ich stei­gerte mich da echt rein, recher­chierte im Internet, schnüf­felte auf Immobilienbörsen herum, durch­suchte ebay-Kleinanzeigen. 

Und nach ca. Einem Jahr ergab es sich, das ich so ein Häuschen fand. Das zwar in einem sehr maro­den Zustand war, mich aber nicht davon abhielt, es zu mieten und Stück für Stück zu reno­vie­ren. Von Mitte 2011 bis Ende 2016 wohnte ich dann dort. Es war einfach idyl­lisch. Morgens mit den Geräuschen des Waldes aufzu­wa­chen… wow. Sich selbst mit Holz versor­gen weil die einzige Heizquelle ein Ofen war. Und im Winter wurde es dann auch gerne mal kalt. Ich habe es geliebt.

Was erkannte ich im Nachhinein?

Meine HarzIV-Situation war ein Mag ich nicht Stadium. Das wollte ich nicht mehr aber wusste eben­so­we­nig, wo ich hin wollte. Also ergriff die die erste Möglichkeit, die sich mir bot.  

Das Waldhäuschen war ein „Mag-Ich“ Ziel. Ich rich­tete meinen inne­ren Kompass darauf aus und über Umwege und Ebay Kleinanzeigen ergab es sich dann. Ergo können wir schon einmal fest­hal­ten, das auch unsere Ziele — Deine und meine — vom lymbi­schen System maßgeb­lich beein­flusst werden. Im NLP nennt man das „weg von“ oder „Hin Zu“ Energie. 

Welche Ziele haben jetzt die höhere Kraft oder Energie? ja, ich weiß, eine rheto­ri­sche Frage. Natürlich die Hin-Zu Ziele. Denn wenn ich nur weiß, was ich nicht will, wenn ich vom Schmerz fort will, dann verwende ich meine Energie auf das Vermeiden dessen, was ich loswer­den will. Gleichzeitig ist es jedoch perma­nent im Fokus, weil ich es ja vermei­den will. Da die Energie der Aufmerksamkeit folgt kann es also passie­ren, das Du Dich auf mehr dessen fokus­sierst, was Du nicht willst. 

Als Metapher fällt mir da spon­tan ein Navi ein. Wenn ich weiß, das ich in München bin, ist das schon einmal ein guter Anfang. Wenn ich aber nur weiß, das ich aus München raus will, doch nicht weiß wohin, werde ich aller Voraussicht nach in München blei­ben. Denn ohne Ziel ist mein Navi nutz­los. 

Also können wir schon einmal fest­hal­ten: Ziele sollen posi­tiv sein und eine Hin-Zu Motivation haben, sonst wird das nix. Ich muss schon wissen, das ich nach z. b. Nach Hamburg will. 

Vierter Punkt — Ressourcen finden:

Da stellt sich mir erst einmal die Frage, was damit über­haupt gemeint ist. Ressourcen sind für mich posi­tive Gefühle oder Energien, die mich in eine gute Stimmung verset­zen oder mich moti­vie­ren. Schlicht, die mich bei der Umsetzung des defi­nier­ten Ziel posi­tiv unter­stüt­zen. Um bei meiner Navi-Metapher zu blei­ben: Ich weiß jetzt, das ich nach Hamburg will und schaue jetzt, nehm ich die Bahn, das Auto, Flugzeug, Fahrrad, zu Fuß? 

Auch hier gibt es im NLP eine Grundannahme, die ich voll unter­schrei­ben kann: Alle Ressourcen für eine Veränderung sind bereits in Dir. Es gilt nur, sie zu finden und zu akti­vie­ren. 

Und da gibt es verschie­dene Wege, diese Ressourcen zu finden: Gute Gespräche, Erinnerungen an kraft­volle Erlebnisse, Trance, Kraftorte, Meditation, wieder anfan­gen zu Träumen etc. So wie in meinem Beispiel vom Traumhaus wurde Ressourcen akti­viert um mich genau dahin zu brin­gen. 

Mein Lieblings-Tool das ich kennen­ler­nen durfte und mit dem ich heute auch noch favo­ri­siert arbeite ist das Zürcher Ressourcen Modell. Es akti­viert mit Hilfe von Bildern und Assoziationen unbe­wusste Ressourcen. 

Fünfter Punkt: Hindernisse. 

Habe ich jetzt die Ressourcen gefun­den und akti­viert, brenne darauf, die Erkenntnisse umzu­set­zen und bin voller Tatendrang, dann muss ich mir ebenso bewusst darüber sein, was mich ausbrem­sen kann, oder wird. 

Da sind zum einen meine instal­lie­ren Apps, die sich über die Jahre etabliert haben. Die lassen sich nicht so mir nicht dir nichts deinstal­lie­ren. Die wollen immer wieder ein Wörtchen mitre­den. Denn wie bereits gesagt: unser Gehirn liebt glei­che Abläufe. Also stehe ich mir mit meinen Gewohnheiten bereits selbst im Weg. 

Weitere Hindernisse, die auftau­chen können: Freunde und Bekannte, die Veränderungen ebenso hassen wir das eigene Gehirn sie hasst. Ängste, die sich breit machen. Der Partner oder die Partnerin, die auf einem ande­ren Weg ist. Du merkst, es gibt da jede Menge Steine, die sich da gerne in den Weg legen. Hier ist es wich­tig, das meine Ressourcen stär­ker sind als die Hindernisse. Daher lege ich so großen Wert auf das Finden der rich­ti­gen Ressourcen, denn hier werden sie meist gebraucht. 

Sechster Punkt: Machen, reflek­tie­ren, korri­gie­ren

Dieser Dreiklang wird Dich durch die Veränderung beglei­ten. Er ist auch das Kernstück einer jeden Prozessarbeit in Projektteams. Dort kennt man es als Plan, Do Check, Act. Also Planen (Ausrichten, defi­nie­ren), umset­zen, veri­fi­zie­ren oder über­prü­fen, korri­gie­ren, und weiter­ma­chen.  Solange, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. 

Siebter und wich­tigs­ter Punkt: Freuen und Spaß haben. 

Veränderung soll nicht anstren­gend sein. Du darfst Dich darauf freuen. Sie ist nicht der Lohn harter Arbeit, sie ist der gelas­sene und heitere Weg zum gewünsch­ten Ziel. Was hab ich denn davon, wenn mein Ziel das Ende einer harten Durststrecke ist, auf der ich mich veraus­gabt, gestresst, gequält und gesun­den habe? Nein, in meiner Welt zieht mich das Ziel so magisch an, das auch der Weg dahin spaß macht. 

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