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Kategorie: Wirklichkeit

6. Wert der Sprache

Für die Praxis genügt die mensch­li­che Sprache, wahr­schein­lich darum, weil es jedem einzel­nen nur um sich selbst zu tun ist.” Über den Nutzen der Sprache ist seit Jahrhunderten, vor und nach HERDER viel geschrie­ben worden. Man hat den Nutzen der Sprache beinahe leiden­schaft­lich geprie­sen, aber doch nur in ähnli­cher Weise wie…

7. Das Schweigen

Jedenfalls ist der Mensch durch die Sprache unter allen Tieren der beste Lügner.” Von seiner augen­blick­li­chen Stimmung oder von seiner Lebensstimmung, also von seinem Charakter, wird es abhän­gen, ob der Mensch lieber spricht oder lieber schweigt. Zweierlei Bestien sind die dümms­ten. Die gar nicht reden können, wie z.B. vermut­lich die…

8. Wortkunst

Wir gehen in der Irre und ahnen es nicht. Nebel bede­cken alle Worte, Nebel alle Wortgruppen — und der Wahnsinn lauert an der Aufdeckung dieser Nebelschleier.” Das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit wird, wenn wir die Stelle rich­tig verste­hen (die ich nach DEUSSEN, Gesch. d. Phil. 1, 118, gebe), im…

Roland G. Hicks — Semantik, der Zen-Buddhismus und die Protestbewegung

  “Insoweit die Mitglieder der Protestbewegung die konven­tio­nelle Sprachwelt durch­schauen und wirk­lich­keits­nä­her einge­stellt sind, stehen sie auf dem Boden der meta­phy­si­schen Annahmen sowohl des Zen als auch der Allgemeinsemantik.” In der Literatur des Zen-Buddhismus finden sich einige eindrucks­volle Parallelen zwischen dem Zen-Gedanken und west­li­chen seman­ti­schen Vorstellungen. LAO TSE und ALFRED

9. Sprache der Poesie

Doch die höchs­ten Poesien  Schweigen wie der tiefste Schmerz; Nur wie Geisterschatten ziehen Stumm sie durchs gebrochne Herz.” Der Dichter kann nie etwas ande­res tun, als von der Alltagssprache ausge­hen. Was in den Worten histo­risch und symbo­lisch an reichen Vorstellungen mit enthal­ten ist, das kann er nützen. Was aber in…

10. Goethe

Umsonst hab’ ich so viel gespro­chen; die Luft hab’ ich erschüt­tert, weiter nichts gewon­nen.” Für die Lehre, daß die Sprache ein untaug­li­ches Werkzeug der Erkenntnis sei, jedoch ein gutes, ja das aller­beste Werkzeug der Kunst, trotz­dem oder weil nicht einmal die Worte der Poesie sichere Anschauung zu geben vermöchten, —…

11. Wortaberglaube

Diese Knechte an den Ruderbänken der Wortgaleeren sind nur noch den brei­ten Massen gefähr­lich. Ihre Waffen sind stumpf für unse­ren gebil­de­ten Mittelstand. Er hat neue Worte gemünzt: das Recht, die Sitte, die Wohlfahrt, das Glück. Und unsere Minister, unsere Abgeordneten, unsere Journalisten sind die neuen Diener an diesen neuen Worten,…

Chang Tun-Sung — Chinesen denken anders

  CHANG TUNG-SUNChinesen denken anders “Der auf dem Gesetz der Identität beru­hende Syllogismus ist die Form der Folgerung in der west­li­chen Logik, während die Chinesen die Analogie anstelle der Folgerung verwen­den.” Westliche Logiker halten es für ausge­macht, daß Gegenstand der Logik die Regeln der mensch­li­chen Schlußfolgerung seien. Diese Annahme ist…

Fritz Mauthner — Denken und Sprechen

  FRITZ MAUTHNERDenken und Sprechen “Es gibt nirgends etwas wie “graben” oder “gehen”, es gibt nur unzäh­lige Bewegungen oder Handlungsdifferentiale, die wir je nach dem Zwecke der Handlung als “graben” oder als “gehen” begrei­fen.” Nicht nutz­los schei­nen mir alle diese Betrachtungen über das Verhältnis von Denken und Sprechen. Aber denkhaft…